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Neues Futter erhielt derweilt die Saga um die WM 2006. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, die umgerechnet 6,7 Millionen Euro, die das Organisationskommitee einst an die FIFA überwiesen hat, seien ein Vorschuss gewesen, um im Gegenzug 170 Millionen Euro (250 Millionen Schweizer Franken) von der FIFA als „Organisationsunterstützung“ (Zitat Niersbach) zu erhalten.

Hä? Also sagte der DFB-Boss weiter: Ursprünglich habe Franz Beckenbauer die 6,7 Millionen aus seinem Privatvermögen stellen wollen, danach sei aber doch der damalige adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus eingesprungen. Welchen Sinn es hat, 6,7 Millionen zu zahlen, um später 170 zu bekommen (wofür genau?) und wieso die Beträge nicht verrechnet wurden, konnte Niersbach ebensowenig beantworten wie die Frage, wieso der reiche DFB seinem OK kein Darlehen gewährt hat. Noch am gleichen Tag hat die FIFA die Darstellung des DFB dementiert! Eines steht fest: Die Angelegenheit wird immer merkwürdiger (wenngleich ein Stimmenkauf für die Zuteilung der WM überhaupt nicht bewiesen ist).

Dass Ballbesitz nicht alles ist, mussten die Bayern beim Champions-League-Auftritt im Norden Londons erfahren. Entgegen der Philosophie von Trainer Pep Guardiola setzte sich im Emirates Stadium nicht der Tiki Tika des FCB durch, sondern die für Arsenal-Verhältnisse eher simple Kontertaktik. Arsène Wenger, seit Ewigkeiten der Coach der Gunners, überraschte Guardiola mit einer defensiven Aufstellung – und Fußball-Europa atmet nach dem 2:0 auf: Die Bayern sind doch schlagbar.

Nicht immer schlagbar ist indes Borussia Mönchengldbach. Nach zwei Niederlagen gegen Sevilla und Manchester City zeigten die Fohlen im dritten Gruppenspiel bei Juventus eine robuste Leistung in der Abwehr und holten ein 0:0 beim italienischen Meister. Eigene Chancen: Fehlanzeige.

Von einem politischen Konflikt gezeichnet ist der Auftritt von Borussia Dortmund beim FK Qäbälä. Bei wem? Beim neureichen Klub aus Aserbaidschan, dessen Sportdirektor die Arsenal-Ikone Tony Adams ist. Wegen des Konflikts mit Henrikh Mkhitaryans Heimatland Armenien erhielt der Regisseur des BVB kein Visum für das ölreiche Aserbaidschan und blieb zu Hause.