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Die Spieler des Hamburger SV recken einen Pokal in die Höhe, Konfettiregen setzt ein. Sind wir hier im falschen Film? Nein, nicht ganz, schließlich dürfen sich die Fastabsteiger Telekom-Cup-Sieger 2015 nennen. Natürlich nahmen die HSV-Profis das Ganze auch mit Humor, doch der Turniergewinn in Mönchengladbach hat immerhin für amüsante Bilder gesorgt. Es ist inzwischen Usus, dass selbst Vorbereitungsspielchen zum „Cup” erklärt werden. In der Regel gilt: Je größer der eigentliche Pokal (also das Ding aus Metall), umso unbedeutender die Veranstaltung; es herrscht eine Titel-Inflation.

Neben den Hanseaten komplettierten Gastgeber Borussia, der FC Augsburg und der FC Bayern München das Teilnehmerfeld. Gespielt wurde jeweils 45 Minuten, ein sportliche Wert war, seien wir ehrlich, nicht vorhanden. Bayern „verlor” gegen den FCA mit 1:2, dann auch ein Elfmeterschießen gegen Gladbach und wurde nur „Letzter”.

Viel mehr Aufregung als um die Turnierresultate der Münchener herrscht(e) um den prominenten Abgang Bastian Schweinsteiger. Sportvorstand Matthias Sammer vermied Aussagen vor Reportern mit dem süffisanten Hinweis auf „Halsschmerzen”. Trainer Pep Guardiola legte keinen Wert mehr auf die Dienste der Legende und kämpfte keinesfalls um einen Verbleib Schweinsteigers. Mancher Bayern-Fan dürfte so enttäuscht über diese Personalpolitik sein, dass Misserfolge des FCB ihn schadenfroh machen würden.

Noch emotionaler verlief der Abgang einer Ikone bei Real Madrid. Iker Casillas wurde zum FC Porto abgeschoben, schließlich hätte der Torwart zu keinem anderen spanischen Verein gehen können. Mit Tränen in den Augen verabschiedete sich Casillas in der Hauptstadt. Sportlich ließen seine Darbietungen in der jüngeren Vergangenheit freilich zu wünschen übrig. Neue Irrsinszahlen kommen derweil aus England: Manchester City und der abgebende Liverpool FC einigten sich beim Thema Raheem Sterling auf eine Ablösesumme in Höhe von 49 Millionen Pfund. Umgerechnet sind dies 70 Millionen Euro! Der TV-Vertrag und die Finanzspritzen aus Abu Dhabi machen es möglich. Verstehen muss diese Zahlen jedoch niemand.