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Am Dienstagabend war dann jeder einmal dran. Mit den Spielen der Gruppe F endet der erste Spieltag der EURO 2016. Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo steigt als letzter Vertreter des Elitezirkels ins Turnier ein. Zu einem Spitzenspiel ist es bereits am Montag gekommen, als der Zweite der FIFA-Weltrangliste (die freilich niemanden interesssiert), Belgien, auf Italien traf. Im Stiefelstaat wurde die 2016er Squadra Azzura sogar als die „schlechteste Nationalmannschaft aller Zeiten“ kategorisiert. Davon war beim 2:0-Sieg über die Roten Teufel indes nichts zu merken.

Zwar fehlen den Italienern die ganz großen Namen wie in der Vergangenheit, doch eine kompakte, intelligente und kaltschnäuzige Truppe mit dem ewigen Gigi Buffon im Kasten sorgte in Belgien für Ernüchterung. Obwohl Italien bei den letzten beiden Weltmeisterschaften nicht über die Gruppenphase hinausgekommen ist, sollte man die Elf von Antonio Conte beim laufenden Turnier keinesfalls aus dem Blick verlieren. Niemand darf Italien ignorieren. Der Trainer, der ab der kommenden Saison bei Chelsea arbeitet, bekam sogar eine blutige Nase beim Massenjubel mit dem Bankpersonal.

Weit schlimmere Schmerzen muss derweil Brasilien am anderen Ende der Fußballwelt ertragen. Bei der Copa America schied die Seleçao sensationell schon in der Vorrunde aus. Gegen Peru hätte ein Remis zum Weiterkommen gereicht, doch die Brasilianer verloren überraschend mit 0:1. Erwähnt werden muss natürlich das absolute Skandaltor der Peruaner, das glasklar mit der Hand erzielt wurde. Minutenlang beriet sich der Referee aus Uruguay per Funk mit seinem Stab – um dann doch falsch zu entscheiden. Unglaublich! Raus sind auch die Urus selbst, einzig gegen Jamaika gelang ein Sieg. Somit konzentriert sich die Favoritenfrage auf Kolumbien, Argentinien und Mexiko. Gastgeber USA zählt maximal aus „black horse“.

Mit Fankrawallen haben die Amerikaner natürlich nichts am Hut, das Turnier zwischen West- und Ostküste ist ein entspanntes Fußballfest. Anders geht es in Europa zur Sache. Zehn Schnellurteile wurden nach den tagelangen Ausschreitungen von Marseille verhängt. Zur Überraschung aller ist unter den Verurteilten kein einziger Russe! Ein schwer verletzter englischer Anhänger befindet sich immer noch im kritischen Zustand. Was soll man eigentlich von der französischen Polizei halten?