Facebooktwittergoogle_plus

Manchmal könnte einem der Fußball unheimlich werden. Ein Drehbuchautor würde wohl vom Hof gejagt, wenn er eine Geschichte wie diejenige um Marco Russ präsentieren wurde. Der Kapitän von Eintracht Frankfurt wurde mit einem Tumor im Unterleib diagnostiziert. Dennoch erklärte er sich spielbereit, schoss indes gegen den 1. FC Nürnberg ein Eigentor und muss wegen der zehnten Gelben Karte im Relegationsrückspiel am Montag zuschauen. Nach Abpfiff der ohnehin emotionalen 90 Minuten von Frankfurt ging er mit seinen beiden Kindern auf den Rasen, erhielt verbale Aufmunterung der Zuschauer.

Große Gefühle sind auch am Samstagabend in Berlin vorprogrammiert. Gegen seinen alten und neuen Arbeitgeber bestreitet Mats Hummels seine letzte Partie in Arbeitskleidung von Borussia Dortmund. Für FCB-Trainer Pep Guardiola ist es zudem das letzte Spiel als Angestellter des Rekordmeisters. Wäre Jürgen Klopp noch Dortmund-Coach, könnte man von einer Niederlage für die Borussen ausgehen. Unter Thomas Tuchel sind die Westfalen aber schwieriger einzuschätzen. Bayern ist Favorit, ein vierter DFB-Pokalsieg der Dortmunder wäre aber keine Sensation.

Klopp scheint von einem Finalfluch geplagt zu sein. Nach drei Niederlagen mit den Borussen (zweimal im Pokal, einmal in der Champions League) verlor er auch mit seinem neuen Klub Liverpool ein wichtiges Endspiel. „Zu viele 2. Plätze“ hätten sich angehäuft, beklagte der auch in England hoch populäre Übungsleiter.