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Auf dem Papier ist der Videobeweis eine sinnvolle Sache. Bedeutende Entscheidungen, von denen Titel und viele Millionen Euro abhängen, sollen verlässlich und korrekt getroffen werden. Beim Confed-Cup in Russland bot die neue Prozedur allerdings mehrere groteske, schlicht peinliche Szenen. Zu allem Überfluss entstand das größte Chaos ausgerechnet im Finale. Bei der Tätlichkeit des Chilenen Jara gegen Timo Werner zögerte Schiedsrichter Mazic erst noch, ob er die visuelle Unterstützung beanspruchen sollte. Nach etwas Zögern entschied er sich dafür – um dann eine völlig falsche Entscheidung zu treffen und den Südamerikaner nur mit Gelb zu verwarnen anstatt mit Rot vom Feld zu schicken. Jeder, absolut jeder Fernsehzuschauer wurde Zeuge einer unfassbaren Posse. Wozu also einen Videobeweis einführen, wenn glasklare Dinge vom Referee dann doch nicht erkannt werden? Das Turnier in Russland wirkte jedenfalls eine Kampagne gegen den Video-Schiedsrichter. Das Ganze ist dringend reformbedürftig, hier müssen sich die Hüter des Regelwerks bei der FIFA noch einmal zusammensetzen und brainstormen.