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Mehr geht nicht: Im Endspiel um den DFB-Pokal stehen sich am Sonnabend die absoluten Topklubs des Landes gegenüber. Einen Favoriten gibt es nicht.

Dass Borussia Dortmund und der FC Bayern München dort stehen, wo sie stehen, nämlich im Finale um den DFB-Pokal, haben sie einerseits ihren bisherigen bewundernswerten Leistungen in diesem Wettbewerb zu verdanken. Andererseits auch dem Losglück. In der vorherigen Saison wurden die beiden Topklubs nämlich schon im Viertelfinale gegeneinander gelost. In der Allianz-Arena behielten die Münchener mit 1:0 die Oberhand und siegten schließlich auch im Endspiel 3:2 gegen den VfB Stuttgart.

Nun kommt es also zur Wiederauflage des historischen Finals von 2012. Damals nahm der BVB die Bayern regelrecht auseinander, unter anderem drei Tore von Robert Lewandowski besiegelten einen famosen 5:2-Triumph. Von einem solchen Resultat wagen die Beteiligten nun kaum zu träumen, mit einem glanzlosen Sieg wäre jede der beteiligten Parteien vollends zufrieden.

Zu viel Rotation

Mehr zu verlieren haben freilich die Bayern. Nach brutaler Dominanz glückte ihnen der Titelgewinn in der Bundesliga schon im März. Anschließend rotierte Trainer Pep Guardiola wie wild, mehr oder weniger leise Zweifel an seiner Strategie kamen auf. Auf den Tribünen wie in der Umkleidekabine. Der Formverlust des FCB mündete in einer kolossalen Champions-League-Pleite gegen Real Madrid. In 180 Minuten verstand es der Deutsche Meister nicht, ein Rezept gegen den Konterfußball der Spanier zu finden. 0:1 in Madrid und 0:4 in München lautete das ernüchternde Zahlenwerk.

Sorgen macht dem rot-weißen Anhang, dass es in der Liga auch gegen den Finalgegner eine herbe 0:3-Klatsche zu Hause setzte. Sportlich hatte das Spiel weniger Bedeutung, psychologisch dürfte es in Dortmunder Reihen aber gewiss geholfen haben. „Seht her, wir wissen, wie der Guardiola-Code zu knacken ist“, jubelte man in Westfalen. Dabei verzichtete BVB-Trainer Jürgen Klopp sogar auf Lewandowski in der Startaufstellung und setzte auf den Turbo von Pierre-Emerick Aubameyang.

Sammer: „Leben oder Sterben“

Ihre sechste Finalteilnahme (bei bisher drei Erfolgen) erreichte Borussia ohne ein einziges Gegentor. Wilhelmshaven (3:0), 1860 München (2:0 n. V.), Saarbrücken (2:0), Frankfurt (1:0) und Wolfsburg (2:0) hießen die Kontrahenten. Die Bayern kassierten zwar zwei Tore, schossen aber auch mehr als doppelt so viele wie die Dortmunder. Ihr Weg ins Finale inkludierte die Stationen Rehden (5:0), Hannover (4:1), Augsburg (2:0), Hamburg (5:0) und Kaiserslautern (5:1). Für den FCB ist es die 20. Teilnahme am DFB-Pokalendspiel, sage und schreibe 16-mal gewannen sie die Trophäe bis dato.

Vor ein paar Monaten wäre der Triple-Gewinner des Vorjahrs als unumstrittener Favorit ins Spiel gegangen. Inzwischen aber kann eine Favoritenrolle nicht mehr klar vergeben werden. Dortmund hat sich herangepirscht, zugleich verlor der FCB nach dem frühzeitigen, vielleicht zu frühzeitigen, Gewinn der Meisterschaft seinen Rhythmus. In einer Umfrage des kicker setzten 74,5 Prozent der abstimmenden Benutzer auf einen schwarz-gelben Triumph, nur 24,5% glauben an die Bayern. Deren Sportdirektor Matthias Sammer wählte martialische Worte. Im Olympiastadion ginge es um „Leben oder Sterben“.