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Warum sollte man etwas modifizieren, das fast perfekt ist? Der gestrige Vergleich zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid in der Champions League hat gezeigt, auf welchem Niveau sich der große Fußball befindet. In einer rasanten Partie sahen die Zuschauer vier Tore, davon den Schlusspunkt in Form einer Schürrle-Rakete, fantastische Pässe und ein irres Tempo. Mehr geht kaum und dabei war es lediglich der zweite Gruppenspieltag. Natürlich steht Real etliche Ebenen über Legia Warschau, das zu Beginn der Runde vom BVB mit 6:0 abgefiedelt wurde. Doch wären solche Festtage wie gegen die Spanier noch richtige Besonderheiten, wenn sie alle zwei Wochen stattfänden? Die Champions League und der Europapokal insgesamt leben von der Vielfältigkeit. Daher sollte sich die UEFA nicht allzu viel von den Großklubs oder gar Investoren und Vermarkter aus Asien und den USA hineinreden lassen. Die Epoche, in denen alle Meister Europas in einem K.o.-System gegeneinander antraten und Sensationssieger wie Steaua Bukarest oder Roter Stern Belgrad den Europapokal der Landesmeister holten, ist passé. In Zeiten eines mehr oder weniger vereinten Kontinents wäre eine Konzentration auf Teilnehmer aus den Topligen kontraproduktiv. Schon jetzt gibt es manche Paarung alljährlich, die Exklusivität der Topspiele würde verwässert, die Faszination der Fans erkalten. Von der gesunden Dosierung, die Vereinen wie eben Legia, FC Kopenhagen oder Ludogorets Razgrad eine CL-Teilnahme ermöglicht, lebt der Wettbewerb. Und famose Abende wie am Dienstag in Dortmund erhalten ihre Besonderheit.

 

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