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Fußballfans werden in den (Boulevard-)Medien gerne als gedankenlose Randalierer dargestellt, die angeblich nichts mit Sport im Sinn hätten und die „Bühne“ des Fußballs missbrauchen würden. Eine harmlose Unmutsbekundung einiger Fans von Hannover 96 nach einer beispiellosen Niederlagenserie wurde beispielsweise in der gestrigen „Bild am Sonntag“ als Angriff auf die Mannschaft umgedichtet. So hätten die Anhänger die Profis genötigt, ihre Trikots abzugeben. Alles Unfug und viel zu hochgekocht, was jeder bezeugen kann, der im Stadion war. Andererseits: Was erwartet man von der „Bild“?

Dass es auch ganz anders geht, wurde bei zwei traurigen Anlässen deutlich. In Darmstadt wurde dem Lilienfan Johnny gedacht, der unter der Woche seinen langen Kampf gegen Krebs verloren hatte. Johnny war fast ein Teil der Mannschaft, trug mit Motivation und Lebensmut wesentlich zum märchenhaften Aufstieg der 98er bei. Vor dem Spiel gegen Augsburg wurde seiner gedacht, seine Eltern waren auch am Böllenfalltor. Auch die Gästefans bekundeten ihre Trauer über den Tod dieses besonderen jungen Mannes.

In Dortmund erlag während des Spiels gegen Mainz ein Fan einem Herzinfarkt. Ein anderer musste ins Krankenhaus, wurde dort stabilisiert. Natürlich übertrug sich diese Nachricht auf den Rasen, das 2:0 gegen die Rheinhessen geriet zur Randnotiz. Mit Tränen in den Augen stand die Mannschaft des BVB nach Abpfiff vor der Südtribüne, auf der „You’ll Never Walk Alone“ angestimmt wurde. Die Fans trafen einmal mehr den Ton und benahmen sich angemessen wie vorbildlich.