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Fußball-Deutschland freut sich auf einen neuerlichen Vergleich der Großmächte. Im DFB-Pokalfinale treffen Borussia Dortmund und Bayern München aufeinander.

Das Traumfinale im DFB-Pokal ist perfekt und es dürfte, mit Ausnahme der Fans des VfL Wolfsburg und des 1. FC Kaiserslautern, niemand etwas dagegen haben. Wie erwartet setzten sich Borussia Dortmund (2:0 gegen die „Wölfe“) und der FC Bayern München (5:1 gegen die „Roten Teufel“) in ihren Halbfinal-Heimspielen durch. Am 17. Mai kommt es im Olympiastadion von Berlin somit zum Aufeinandertreffen der Giganten. Bereits 2012 hatte die Paarung identisch gelautet. Damals gewannen die Borussen dank eines überirdischen Robert Lewandowski, der drei Tore schoss, mit sage und schreibe 5:2.

Kann der Pole in seinem Abschiedsspiel für Schwarz-Gelb Ähnliches vollbringen? Pikanterweise wechselt er zur kommenden Saison nach München. Sie sehen selbst: an aufregenden Geschichten rund um das Pokalfinale wird es nicht mangeln. Noch frisch ist die Erinnerung an das sportlich weitgehend irrelevante, psychologisch aber durchaus wichtige 3:0 des BVB bei den Bayern in der Bundesliga. Rafinha, dem Außenverteidiger des FCB, brannten dabei die Sicherungen durch. Sein Griff ins Gesicht des Dortmunder Spielmachers Henrikh Mkhitaryan wurde mit einer Roten Karte, gefolgt von einer Drei-Spiele-Sperre, bestraft. Im Endspiel von Berlin wäre der Brasilianer aber spielberechtigt.

Sammer warnt die Bayern

Gegen Kaiserslautern kam Rafinha in der Schlussphase hinein. Die Pfälzer wehrten sich tapfer, hatten ein paar Kontergelegenheiten, mussten sich aber der insgesamt deutlich überlegenen Spielkunst der Gastgeber beugen. Sportdirektor Matthias Sammer appellierte einmal mehr an das kickende Personal, nicht die Zügel schleifen zu lassen und die Motivation für die beiden noch ausstehenden Titeloptionen hoch zu halten. In der Bundesliga leisteten sich die Münchner nicht nur die Pleite gegen Dortmund, sondern auch ein 0:1 in Augsburg sowie ein 3:3 gegen Hoffenheim.

Borussia Dortmund zeigte sich indes wieder gierig und griffig wie in besten Tagen. Nach einem Zwischentief, welches von Dissonanzen zwischen Tribünenpublikum und Profis begleitet war, rappelten sich die Mannen von Jürgen Klopp wieder auf. Real Madrid wurde trotz einer 0:3-Niederlage im Hinspiel an den Rand des Ausscheidens aus der Champions League gebracht. In der Bundesliga steuern die Westfalen klar auf Platz zwei zu. Der Gewinn des DFB-Pokals gegen den Topkonkurrenten würde die Saison im Schulnotenbereich einer 2+ ansiedeln.

Vorsicht vor Gareth Bale

Sehr zur Freude der Verantwortlichen setzte unter der Woche Ilkay Gündogan seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag. Der dauerverletzte Nationalspieler, der wegen einer Rückenverletzung seit knapp 250 (!) Tagen nicht mehr gespielt hat, verlängerte bis 2016. Auf den WM-Zug wird der Deutsch-Türke indes kaum noch aufspringen, selbst wenn Klopp dies in einem Interview andeutete. Ohne Bundesliga-Spielpraxis wird DFB-Trainer Joachim Löw Gündogan schwerlich nominieren.

Richtig ernst wird es für den FC Bayern am Mittwoch. Dann heißt es, im Bernabeu-Stadion gegen Real Madrid die Basis für den Finaleinzug in der „Königsklasse“ zu schaffen. Real ist in Top-Form, wackelte zwar beim 0:2 in Dortmund und auch vor ein paar Wochen in der Liga beim 3:4 gegen den FC Barcelona. Gegen die Katalanen nahmen die Hauptstädter indes am Mittwochabend Revanche. Im spanischen Pokalfinale besiegten sie auch ohne den verletzten Cristiano Ronaldo den Erzrivalen mit 2:1. Gareth Bale schloss dabei einen Sololauf über den halben Platz mit einem Tor ab, welches in die Fußballgeschichte eingehen wird.