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Freude in München, Leid in Dortmund. Das Wochenende hat die Spitzenklubs voneinander entfernt. Der FC Augsburg beschwert sich über Schiri Gagelmann.

Die ersten Alarmzeichen läuten. Zumindest bei einigen Experten, allen voran Lothar Matthäus, die befürchten, ein Sieg des FC Bayern München im anstehenden Spitzenspiel bei Borussia Dortmund könnte eine Vorentscheidung im Meisterkampf sein. Tatsächlich hat sich die Tabelle am Wochenende spürbar verändert. Dortmunds Niederlage beim VfL Wolfsburg und das zeitgleiche 3:0 der Bayern gegen den FC Augsburg ließ den Vorsprung der Münchner auf vier Zähler anwachsen. Zum direkten Aufeinandertreffen der Giganten kommt es am 23. November in Dortmund.

Zu allem Überfluss verlor der BVB nicht nur das Spiel, sondern Jürgen Klopp mal wieder die Kontrolle. Zumindest ein bisschen. Die Vorwürfe in Richtung des Schiedsrichters waren unangebracht, auch wenn eine Strafraumaktion gegen Borussias Star Robert Lewandowski durchaus diskutabel war. Endgültig ruiniert war der Nachmittag für die Westfalen durch Innenverteidiger Neven Subotic‘ schwere Verletzung. Mit einem Kreuzbandriss fällt der Serbe für viele Monate aus. Gefehlt haben in Wolfsburg die Fahnen der Dortmunder Ultras-Gruppen The Unity, Desperados und Jubos. Wegen der pyrotechnischen Exzesse beim Derby auf Schalke entzog der BVB diesen Fanclubs in einem Akt der Pauschalverurteilung die Auswärtsdauerkarten für den Rest der Saison.

Pyro ohne Ende in Hannover

Nach Strafen dürstet es auch Hannover 96. Beim Niedersachsenduell vom Freitagabend leuchtete die Nordkurve nahezu ununterbrochen. Mehr Pyro hat es in Hannover noch nie gegeben. Die verschärften Einlasskontrollen und der personell aufgestockte Ordnungsdienst erwiesen sich als wirkungslos gegen die gewieften Ultras. Diese schafften es sogar, auf einer offiziell durch den Klub genehmigten Choreographie den Begriff „Abschaum“ für den ungeliebten BTSV Eintracht unterzubringen. Bei 47200 Zuschauern gab es indes lediglich vier Festnahmen. So spotten 96-Anhänger, der einzige wirkliche Skandal beim Derby sei das Ergebnis gewesen. Das 0:0, im Übrigen das 1000. in der Geschichte der Bundesliga, ließ die Gastgeber ernüchtert zurück.

Aus anderen Motiven bedient waren die Augsburger. Eine Niederlage in der Allianz-Arena war einkalkuliert, doch zeigten sich die Schwaben über den Umgang des Schiedsrichters mit ihnen enttäuscht. Sowohl Manager Stefan Reuter als auch Trainer Markus Weinzierl und mehrere Spieler beklagten den rüden Ton von Peter Gagelmann. Habe sich dieser mit den Akteuren des Rekordmeisters zivilisiert und freundschaftlich unterhalten, sei der FCA sogar beleidigt worden.

Nürnberg tobt, Hoeneß zockt

Ärger mit dem Referee hatte auch der 1. FC Nürnberg. Beim 1:3 in Mönchengladbach wurde ein hinter der Torlinie aufprallender Ball nicht als Treffer gewertet. Hundertprozentig aufklären konnte den Sachverhalt das TV-Bild auch nicht. Wann sich die DFL endlich dem Einsatz der Torlinientechnologie öffnet, dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Zu spät wird es angesichts hanebüchener Urteile in der jüngsten Vergangenheit aber allemal sein.

Ganz anderen Kummer haben zwei Ikonen des FC Bayern. Während im März 2014 gegen Präsident Uli Hoeneß Anklage wegen Steuervorenthaltung erhoben wird, ist ein Urteil gegen Karl-Heinz Rummenigge bereits rechtskräftig. Wegen der unverzollten Einfuhr zweier Luxusuhren aus Qatar muss der Vorstandsvorsitzende sage und schreibe knapp 250.000 Euro Strafe zahlen. Rummenigge akzeptierte die Entscheidung und hat die Summe überwiesen. Damit gilt er als vorbestraft. Linderung verschaffte dem Duo der Sieg gegen Augsburg. Es war das 37. ungeschlagene Bundesligaspiel in Folge, wodurch dieser Rekord nun dem FCB alleine und nicht mehr (auch) dem Hamburger SV gehört. Bemerkenswert: Hoeneß wettete privat auf eine Niederlage von Borussia Dortmund – und lag richtig. Der Gewinn reiche „für ein Wochenende“, sagte der Zocker.