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Trotz neuerlicher drei Punkte ist Pep Guardiola nicht vollends zufrieden. Borussia Dortmund bot ein abermaliges Torfestival, während sich Leverkusens Coach verspekulierte.

Sami Hyypiäs Kernkompetenz ist eindeutig der Fußball und nicht das Pokern. Dies wurde nicht zuletzt am vergangenen Samstag deutlich, als der finnische Trainer von Bayer Leverkusen seine Spitzenkräfte Stefan Kießling und Sidney Sam zunächst auf der Bank ließ. Hyypiä wollte seine Offensive für den anstehenden Champions-League-Auftritt bei Schachtar Donezk schonen. Beim Tabellenletzten Eintracht Braunschweig sollten Eren Derdiyok oder Robbie Kruse für die Tore sorgen. Der Plan misslang, der bis dato so erfolglose Aufsteiger biss sich ins Spiel und kämpfte Bayer mit 1:0 nieder. Kießling und Sam wurden zwar eingewechselt, konnten das „schwarze Wochenende“ (Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler) für die Rheinländer aber nicht mehr verhindern.

Mit 25 Punkten und sechs Zählern Vorsprung auf den Vierten Borussia Mönchengladbach rangiert Bayer immer noch komfortabel im Champions-League-Bereich. Zu den Spitzenteams aus München (29 Punkte) und Dortmund (28) mag der Abstand rein mathematisch noch gering sein. Sportlich scheint das Führungsduo aber in einer anderen Kategorie anzutreten und dürfte sich im Laufe der Saison nicht vor Leverkusen fürchten müssen.

Bayern: 36-mal unbezwungen

Schlagzeilen produzierten am Wochenende sowohl der BVB als auch der FCB. Mit nunmehr 36 ungeschlagenen Bundesligapartien in Folge haben die Münchner einen Altrekord des Hamburger SV eingestellt. Bleibt der Meister, wovon auszugehen ist, auch am Samstag gegen den FC Augsburg unbesiegt, gehört der Rekord exklusiv ihm. Kapitän Philipp Lahm machte verbal deutlich, wie wichtig diese Bestmarke für den Nobelklub von der Säbener Straße ist. Am Samstag gewannen die Bayern mit 2:1 bei der TSG Hoffenheim, stellten ihren anspruchsvollen Trainer Pep Guardiola aber nicht vollends zufrieden. Minutenlang redete der Spanier beim sonntäglichen Training daher auf Bastian Schweinsteiger ein.

Punkte und Tabellenführungen alleine stellen Guardiola nicht zufrieden. Er verlangt ein schnelleres Spiel, mehr vertikale Pässe und kürzere Ballbesitzzeiten seines Mittelfeldpersonals. Sportdirektor Matthias Sammer, der vor Wochen als Mahner aufgetreten war, schwieg zu den Unmutsäußerungen des Coaches und äußerte sich nur vielsagend: „Ich denke mir meinen Teil.“

Lewandowskis Hattrick

Vermutlich waren sie nach aufeinander folgenden Arbeitssiegen gegen Hertha (3:2) und eben Hoffenheim beim FC Bayern neidisch auf die Hauptkonkurrenz. Borussia Dortmund schoss sich am Freitagabend in einen wahren Rausch und den VfB Stuttgart mit 6:1 ab. Ein lupenreiner Hattrick gelang dabei Torjäger Robert Lewandowski. Mehr Sorge als mit den chancenlosen Schwaben hatten die Schwarz-Gelben jüngst mit der eigenen Ultraszene. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke machte bei persönlichen Treffen deutlich, dass ein Verhalten wie beim Derby in Gelsenkirchen, als Raketen aus dem Gästeblock in andere Tribünenbereiche flogen, nicht zu tolerieren sei. Gegen den VfB untersagte man dem Anhang eine Choreographie auf der Südtribüne. Weitere Maßnahmen drohen.

Zeit zum Verschnaufen haben alle Topklubs, wie im internationalen Fußball nun einmal üblich, nicht. Bereits am Dienstag reisen die Bayern zu Viktoria Pilsen. Präsident Uli Hoeneß, gegen den Anklage wegen Steuervorenthaltung erhoben werden wird, warnte, dass die vermeintliche Pflichtaufgabe schwerer werden könnte als erwartet. Im Hinspiel ließ man den Tschechen in München keine Chance und schickte sie mit 5:0 zurück nach Hause. Einen echten Edelgegner erwartet der BVB am Mittwoch. Mit Arsenal stellt sich der souveräne Tabellenführer der englischen Premier League in Westfalen vor. Im Fokus stehen wird erwartungsgemäß der ehemalige Schalker und jetzige Star der Gunners Mesut Özil.