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Sportlich hat Kevin Großkreutz beim VfB Stuttgart nie die ganz entscheidende Rolle gespielt. 26 Partien bestritt der ehemalige Angestellte, aber ewige Anhänger von Borussia Dortmund für die Schwaben, war zuletzt Ersatzspieler. Nun endete das Engagement beim VfB infolge einer Schlägerei. Verletzt, nicht einsatzfähig, dafür nachts mit drei Jugendspielern auf der Piste unterwegs: Es gibt geschicktere Wege eines Profis, die Freizeit zu verbringen. Zu allem Überfluss geriet Großkreutz in eine Schlägerei, wurde am Kopf verletzt und trug ein blaues Auge davon. In einer Pressekonferenz unter Tränen verabschiedete sich der Weltmeister von 2014 (ohne Einsatz) von Verein, Mitarbeitern und Fans. Die Presse bat er, seine Privatsphäre zu respektieren. Großkreutz war und bleibt ein schwieriger Charakter, scheint aber das Herz am rechten Fleck zu tragen. Der VfB kann im Aufstiegskampf keine Nebenkriegsschauplätze gebrauchen, hätte aber seinen Spieler auch mehr schützen und für ihn kämpfen können. Großkreutz kündigte an, vom Profiofußball zunächst Abstand nehmen zu wollen. Ein weiterer Job, zumindest in Deutschland, erscheint kurzfristig auch unrealistisch. Für den Fußball an sich wäre es aber gut, wenn der BVB-Fan zurückkäme. In welcher Rolle auch immer. In Zeiten des kühlen Sport-Kapitalismus und durchdesignten Musterprofis sollten schräge, auch gescheiterte Charaktere nicht per se ausgesperrt werden.